Warum meine Katze immer wieder Durchfall hat — und was Futter damit zu tun hat
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Lesezeit: ca. 5 Minuten · Zuletzt aktualisiert: September 2026
Kurz gesagt: Wiederkehrender, milder Durchfall kann am Futter liegen, muss es aber nicht. Häufige Futter-Auslöser sind eine Unverträglichkeit gegenüber einer bestimmten Proteinquelle, zu häufige oder zu schnelle Futterwechsel und schwer verdauliche Zutaten. Eingrenzen lässt sich das nur mit einem klar deklarierten Futter und in Absprache mit der Tierarztpraxis, zum Beispiel über eine Ausschlussdiät.
Vorab: Durchfall, der länger als zwei Tage andauert, mit Blut im Stuhl verbunden ist, von Erbrechen oder Gewichtsverlust begleitet wird oder bei Kitten auftritt, gehört immer in tierärztliche Hände. In diesem Artikel geht es um wiederkehrende, milde Verdauungsprobleme, bei denen keine Erkrankung gefunden wurde.
Durchfall bei Katzen ist eines der häufigsten Probleme, mit denen Katzenhalter konfrontiert werden, und eines der frustrierendsten. Der Tierarzt findet nichts Ernstes, das Futter wurde nicht gewechselt, und trotzdem ist der Stuhl immer wieder weich.
Manchmal liegt die Antwort im Napf. Dieser Artikel erklärt, welche Zusammenhänge zwischen Futter und Verdauung bekannt sind, und was man daraus für die Futterwahl ableiten kann.
Was man über die Häufigkeit weiß
Gelegentliche Verdauungsprobleme sind bei Katzen normal. Wenn Durchfall aber regelmäßig auftritt, über mehrere Wochen oder mehrmals pro Woche, ist das ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
Wie groß der Anteil der ernährungsbedingten Fälle ist, lässt sich seriös nicht beziffern. Was sich sagen lässt: Eine Futterunverträglichkeit ist eine der Ursachen, die in der Diagnostik geprüft wird, und sie ist eine der wenigen, bei denen der Halter selbst etwas ausprobieren kann.
Wo Futter eine Rolle spielen kann
Mischproteine und unklare Deklaration
Die meisten Katzenfutter enthalten mehrere Proteinquellen gleichzeitig, etwa Huhn, Rind, Fisch und Innereien, oft zusammengefasst unter Begriffen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse". Reagiert eine Katze empfindlich auf eine bestimmte Proteinquelle, ist kaum herauszufinden, auf welche. Das Ergebnis: anhaltende Symptome ohne klaren Auslöser.
Schwer verdauliche Zutaten
Katzen sind obligate Fleischfresser. Ihr Verdauungstrakt ist auf tierisches Protein ausgelegt, und die Fähigkeit, pflanzliche Kohlenhydrate zu verwerten, ist begrenzter als beim Hund. Gekochte Stärke verdauen Katzen durchaus, aber in größeren Mengen kann sie den Darm belasten.
Ballaststoffe und Darmflora
Fasern beeinflussen, was im Darm passiert, aber nicht alle auf dieselbe Weise. Fructooligosaccharide (FOS) werden von Darmbakterien fermentiert und gelten als Präbiotikum. Flohsamenschalen werden kaum fermentiert; sie binden Wasser und erhöhen das Kotvolumen.
Wichtig zur Einordnung: Die Studienlage zur Wirkung einzelner Fasern auf die Kotbeschaffenheit bei Katzen ist dünn. Wer mit Fasern arbeitet, sollte also nicht mehr erwarten, als belegt ist. Mehr dazu in unserem Beitrag Präbiotika für Katzen.
Zu häufiger Futterwechsel
Auch der gut gemeinte Versuch, das Futter zu wechseln, kann Verdauungsprobleme auslösen oder verlängern. Jede neue Zusammensetzung verlangt dem Darm eine Umstellung ab. Eine langsame Umstellung über sieben bis zehn Tage gibt dem Verdauungssystem Zeit. Wie das konkret geht, zeigt unser Beitrag Futter umstellen bei Katzen.
Was hilft: die Ausschlussdiät
Der klassische Ansatz bei Verdacht auf eine Futterunverträglichkeit ist die Ausschlussdiät. Die Katze bekommt über mehrere Wochen ausschließlich ein Futter mit einer einzigen Proteinquelle, möglichst einer, die sie noch nie gefressen hat. So lässt sich schrittweise eingrenzen, worauf sie reagiert.
Wichtig dabei: Das Futter muss wirklich nur eine Proteinquelle enthalten. Ein Futter, das „überwiegend Huhn" enthält, aber auch andere Tierarten in der Deklaration führt, macht die Ausschlussdiät wertlos. Ebenso wichtig: Huhn steckt in sehr vielen Katzenfuttern. Für eine Ausschlussdiät eignet es sich deshalb nur, wenn deine Katze bisher kein Huhn bekommen hat.
Diese Diät gehört in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt. Sie ist kein Selbstversuch, weil eine unvollständige Ration über Wochen selbst zum Problem wird.
Worauf bei der Futterwahl zu achten ist
- Eine Proteinquelle, und nachvollziehbar, welche Bestandteile dazugehören
- Kein Getreide: Katzen brauchen keine Kohlenhydrate aus Getreide
- Fasern in nachvollziehbarer Menge: mit Prozentangabe, nicht als Aufzählung ohne Zahl
- Keine unnötigen Zusätze: kein Zuckerzusatz, jede Zutat mit erkennbarem Zweck
- Vollständige Nährwertangaben: je mehr offengelegt wird, desto besser lässt sich vergleichen
Zusammenfassung: Wiederkehrender Durchfall kann ernährungsbedingt sein, muss es aber nicht. Wo Futter eine Rolle spielt, sind Mischproteine und unklare Deklarationen die häufigste Hürde bei der Ursachensuche. Eine klar deklarierte Einzelproteinquelle macht die Suche überhaupt erst möglich, und die Suche selbst gehört in die Hand der Tierarztpraxis.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Beide luawalt-Sorten sind Alleinfuttermittel mit einer einzigen Fleischsorte: 55,5 % Huhn, jede weitere Zutat mit Menge deklariert, kein Getreide, kein Zuckerzusatz. Das macht es leichter, bei einer Futterumstellung zu beobachten, worauf deine Katze reagiert. Bei anhaltendem Durchfall gehört die Ursachensuche in die Tierarztpraxis.
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