Sie wird eben älter.
251 Katzenhalter haben uns beschrieben, woran sie merken würden, dass es ihrer Katze nicht gut geht. Sie schauen sehr genau hin. Aber was sie sehen, bekommt oft den falschen Namen.
Über diese Befragung
- Teilnehmende
- 251 vollständig ausgefüllte Fragebögen
- Zeitraum
- 15. Juli bis 2. August 2026
- Erhebung
- Online-Fragebogen, Rekrutierung über Meta-Anzeigen
- Ansprache
- Personen ab 45 Jahren in Deutschland mit Interesse an Katzen oder Katzenfutter, Anzeigensprache Deutsch
- Nicht erhoben
- Alter und Geschlecht der Teilnehmenden
- Auswertung
- luawalt, Anteile mit 95-%-Konfidenzintervall
Dies ist keine repräsentative Bevölkerungsstichprobe. Die Teilnahme war freiwillig, die Stichprobe damit selbstselektiert: Wer sich für das Thema interessiert, antwortet eher. Alle Ergebnisse gelten für diese Gruppe und lassen sich nicht auf alle Katzenhaushalte übertragen. Auftraggeber und Auswerter ist luawalt selbst — eine Marke, die Katzenernährung entwickelt. Die vollständige Methodik steht am Ende der Seite.
Diese Befragung ist Teil unserer Arbeit an luawalt · Zur Warteliste
haben in den letzten sechs Monaten mindestens eine konkrete Veränderung bemerkt: springt seltener, spielt weniger, die Fellpflege lässt nach.
luawalt-Befragung 2026 · Basis: alle Teilnehmenden (251)von ihnen erklären sich die Veränderung mit dem Alter. Nur jeder Fünfte zieht in Betracht, dass die Katze krank sein könnte.
luawalt-Befragung 2026 · Basis: Teilnehmende mit bemerkter Veränderung, die eine Erklärung angegeben haben (56)waren mit der veränderten Katze nicht beim Tierarzt. Begründung: Ich hielt es nicht für nötig.
luawalt-Befragung 2026 · Basis: Teilnehmende mit bemerkter Veränderung, die zum Tierarztbesuch geantwortet haben (60)Viele Katzen zeigen Schmerz nicht direkt. Sie stellen sich um.
Katzen jaulen selten und humpeln oft nicht sichtbar. Stattdessen verändert sich das Verhalten: Sie springen in Etappen statt in einem Satz, schlafen mehr, spielen weniger. Das Fell am Rücken wird stumpf, weil die Drehung bei der Pflege unangenehm geworden ist. Das ist der Weg, auf dem Katzen Beschwerden am häufigsten sichtbar machen — nicht der einzige, aber der übliche.
Jede dieser Anpassungen kann harmlos sein. Jede kann der erste sichtbare Hinweis auf etwas Behandelbares sein. Der Unterschied zeigt sich nicht an einem einzelnen Tag, sondern im Verlauf: Kommt es wieder? Wird es mehr?
Die Lücke liegt nicht im Hinsehen. Sie liegt im Einordnen.
Denn 66 der 251 Befragten haben die Veränderung präzise benannt. Sie haben sie nicht übersehen. Die häufigste Erklärung dafür lautet Alter — und damit ist die Sache erledigt. Aber Alter ist kein Befund. Es erklärt nicht, warum eine Katze anders läuft; es beschreibt nur, wie lange sie schon lebt.
Und die Befragten liegen richtig
In der Befragung haben wir offen gefragt: Angenommen, deine Katze hätte Schmerzen — woran würdest du das merken?
nennen Verhalten, Fressverhalten, Stimmung oder Körpersprache. Nur jeder Zehnte nennt ein konkret lokalisierbares körperliches Zeichen wie Humpeln, stumpfes Fell oder eine bekannte Diagnose.
luawalt-Befragung 2026 · Basis: alle Teilnehmenden (251) · offene Frage, sinnbasiert kodiertDas ist keine Wissenslücke, sondern eine fachlich sinnvolle Antwort. Verhaltensänderungen gelten in der Veterinärmedizin als der wichtigste Hinweis auf Schmerzen bei Katzen. Die Befragten schauen also genau dorthin, wo am ehesten etwas zu sehen ist.
Nur lässt sich ein solches Zeichen im Moment nicht als Signal erkennen. Frisst weniger, spielt weniger, schläft mehr — das ist immer ein Vergleich mit vorher. Und dieses Vorher hat im Alltag niemand parat.
Intuition erkennt den Zustand. Den Verlauf erkennt nur ein Gedächtnis.
sind sicher, dass sie es merken würden, wenn es ihrer Katze schlecht geht (8 von 10 Punkten oder mehr)
der Katzen sind sieben Jahre oder älter
der Befragten halten ihre Katze für beschwerdefrei
Befragte sagen „keine Beschwerden“ und kreuzen gleichzeitig mindestens ein Zeichen an
Wie groß die Lücke wirklich ist
Unsere Zahlen sagen, wie viele Befragte eine Veränderung bemerken. Sie sagen nicht, bei wie vielen Katzen tatsächlich etwas vorliegt. Für eine der häufigsten Ursachen gibt es dazu Vergleichswerte aus der Veterinärmedizin.
In einer radiologischen Untersuchung von 100 Katzen über zwölf Jahre fanden sich bei rund 90 % Anzeichen degenerativer Gelenkveränderungen; in einer weiteren Untersuchung an 100 Katzen war etwa jede zweite ab sechs Jahren betroffen. Beide Erhebungen stammen aus Tierkliniken und sind nicht auf alle Katzen übertragbar — aber sie zeigen die Größenordnung.
Für den Vergleich zählt nur die passende Altersgruppe. Deshalb haben wir unsere Antworten nach dem Alter der Katze getrennt:
der Befragten mit Katzen unter sieben Jahren haben eine Veränderung bemerkt
6 von 100 · KI 3–12 %
bei Katzen ab sieben Jahren
60 von 151 · KI 32–48 %
bei Katzen ab elf Jahren
46 von 85 · KI 44–64 %
radiologische Anzeichen degenerativer Gelenkveränderungen bei Katzen über zwölf Jahren
Hardie et al. 2002 · Klinikpopulation, n=100
Der Anstieg von 6 auf 54 % ist erwartbar und spricht dafür, dass die Antworten die Realität abbilden: Wer eine alte Katze hat, sieht mehr. Entscheidend ist die letzte Zeile. Selbst bei den ältesten Katzen bemerkt gut jeder zweite Halter eine Veränderung — während in Klinikstichproben bei nahezu allen Katzen dieses Alters Gelenkbefunde vorliegen.
Die beiden Zahlen messen nicht dasselbe: Ein radiologischer Befund bedeutet nicht automatisch Schmerz, und nicht jede bemerkte Veränderung hat mit Gelenken zu tun. Klinikpatienten sind außerdem kränker als der Durchschnitt. Trotzdem bleibt zwischen beiden Werten eine Distanz, die sich nicht durch Methodik allein erklären lässt. In dieser Distanz entscheidet sich, ob etwas behandelt wird oder nicht.
Hardie EM, Roe SC, Martin FR: Radiographic evidence of degenerative joint disease in geriatric cats: 100 cases (1994–1997). J Am Vet Med Assoc 2002;220(5):628–632. · Slingerland LI et al.: Cross-sectional study of the prevalence and clinical features of osteoarthritis in 100 cats. Vet J 2011;187(3):304–309. · Die Auswertung nach Altersgruppen wurde nach Abschluss der Feldphase durchgeführt und war nicht vorab festgelegt.
Nicht mehr Sorge. Mehr System.
Wenn die Lücke im Einordnen liegt, hilft kein schärferer Blick, sondern ein Gedächtnis für den Verlauf: dieselben wenigen Beobachtungen, regelmäßig festgehalten, über Wochen verglichen. Dann wird aus „irgendwie springt sie weniger“ ein Bild — und aus dem Bild eine informierte Entscheidung.
Genau dafür bauen wir luawalt: strukturierte Beobachtung als Teil der täglichen Fütterung. Start Anfang 2027.
Fast fertig — bitte bestätige deine E-Mail. Danach bist du auf der Warteliste.
Die Fragen im Wortlaut
Die Formulierung einer Frage entscheidet mit über die Antwort. Deshalb stehen die Fragen, auf denen die Ergebnisse dieser Seite beruhen, hier unverändert — so, wie die Teilnehmenden sie gelesen haben.
„Angenommen, deine Katze hätte Schmerzen — woran würdest du das merken?"
„Hat sich in den letzten 6 Monaten etwas davon verändert?"
- Springt seltener auf erhöhte Plätze (Fensterbank, Sofa, Schrank)
- Zögert vor dem Sprung oder springt in Etappen
- Nutzt Treppen langsamer oder vermeidet sie
- Fellpflege lässt nach (stumpfes/verfilztes Fell, v. a. Rücken/hinten)
- Zieht sich häufiger zurück oder versteckt sich
- Spielt weniger, schläft mehr
- Reagiert gereizt beim Anfassen oder Hochheben
- Verhält sich in der Katzentoilette anders (zögert, sitzt auf dem Rand)
- Nichts davon
„Wie erklärst du dir das?"
- Sie wird einfach älter
- Das ist ihr Charakter
- Wetter/Jahreszeit
- Sie könnte krank sein
- Darüber habe ich noch nicht weiter nachgedacht
„Warst du deswegen bei einer Tierärztin / einem Tierarzt?"
- Ja
- Nein, ich hielt es nicht für nötig
- Nein, aus anderen Gründen (Kosten, Stress, Zeit)
„Wie sicher bist du, dass du es merken würdest, wenn es deiner Katze schlecht geht?"
Der vollständige Fragebogen und die Rohdaten sind auf Anfrage erhältlich: kontakt@luawalt.com
Zum Zitieren
Jeder sechste Katzenhalter hat im letzten halben Jahr eine Veränderung an der Katze bemerkt — und sie mit dem Alter erklärt.
- 16 % aller Befragten haben eine konkrete Veränderung bemerkt und führen sie auf das Alter zurück (40 von 251, KI 12–21 %)
- 8 % haben eine Veränderung bemerkt und sind deshalb nicht zum Tierarzt gegangen, weil sie es nicht für nötig hielten (20 von 251, KI 5–12 %)
- Von den Teilnehmenden, die eine Veränderung bemerkt haben, erklären 71 % sie mit dem Alter, 20 % halten Krankheit für möglich (40 bzw. 11 von 56)
- Bei Katzen ab elf Jahren haben 54 % der Befragten eine Veränderung bemerkt, bei Katzen unter sieben Jahren 6 % (46 von 85 bzw. 6 von 100)
- 90 % nennen bei der Frage nach Schmerzen kein konkret lokalisierbares körperliches Zeichen, sondern Verhalten, Fressverhalten, Stimmung oder Körpersprache (226 von 251, KI 86–93 %)
Quellenangabe: luawalt (2026): Leben mit Katze. Nicht repräsentative
Online-Befragung von 251 Katzenhaltern in Deutschland, Juli/August 2026.
Online abrufbar unter luawalt.com/pages/studie-leben-mit-katze
Rückfragen und Rohdaten auf Anfrage: kontakt@luawalt.com
Methodik und Grenzen
- Erhebung
- Online-Fragebogen, Feldphase 15. Juli bis 2. August 2026. Rekrutierung ausschließlich über Meta-Anzeigen; ausgeliefert an Personen ab 45 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und hinterlegtem Interesse an Katzen oder Katzenfutter, Anzeigensprache Deutsch, ohne Geschlechtsauswahl und ohne automatische Zielgruppenerweiterung. Teilnahme freiwillig und unvergütet. Alter und Geschlecht der Teilnehmenden wurden nicht erhoben; Angaben dazu sind entsprechend nicht möglich.
- Stichprobe
- n = 251 vollständig abgeschlossene Fragebögen. Mehrfacheinreichungen wurden über die Teilnehmer-ID dedupliziert, gewertet wurde jeweils die letzte Einreichung. Selbstselektierte Online-Stichprobe — nicht repräsentativ für alle Katzenhaushalte in Deutschland.
- Auswertung
- Alle Anteile mit 95-%-Konfidenzintervall nach Wilson. Teilfragen wurden nur den Teilnehmenden angezeigt, auf die sie zutrafen; die Basis ist bei jeder Kennzahl angegeben. Die Kennzahlen zur Erklärung und zum Tierarztbesuch beruhen auf Untergruppen von 56 beziehungsweise 60 Personen — die Intervalle sind entsprechend breit.
- Kodierung
- Die offene Frage wurde sinnbasiert kodiert: konkret lokalisierbares körperliches Zeichen (benanntes Symptom, körperliche Funktionseinschränkung mit genannter Veränderungsrichtung oder bekannte Diagnose) gegen Verhalten, Fressverhalten, Stimmung und Körpersprache. Veränderungen der Nahrungsaufnahme wurden dem Verhalten zugerechnet. Die Kategorie wurde unabhängig zweitkodiert. Die abschließende Übereinstimmung beider Kodierungen liegt bei 98,0 %. Sie kam so zustande: In der ersten Runde betrug die Übereinstimmung nur 80,5 % (Cohens Kappa 0,36 — ein schwacher Wert). 92 % der Abweichungen entfielen auf eine einzige unklare Regel, die Zuordnung von verändertem Fressverhalten. Diese Regel wurde festgelegt (Fressverhalten zählt als Verhalten) und auf beide Kodierungen angewandt; erst daraus ergibt sich der Wert von 98,0 %. Die 98 % sind damit keine unabhängige Bestätigung, sondern eine Konsistenzprüfung nach Regelklärung. Zur Einordnung des Kappa-Werts: Bei stark ungleicher Randverteilung — hier etwa 90 zu 10 — fällt Cohens Kappa konstruktionsbedingt niedrig aus, auch wenn die absolute Übereinstimmung hoch ist. Dieser Effekt ist in der Methodenliteratur als Kappa-Paradox beschrieben. Der Wert von 0,36 ist deshalb nicht als Maß der Kodierqualität zu lesen, sondern als Hinweis darauf, dass eine Zuordnungsregel unklar war. Verbleibende Grenzfälle wurden durch den Verantwortlichen der Befragung entschieden.
- Grenzen
- Alle Angaben beruhen auf Selbstauskunft, eine tierärztliche Verifikation fand nicht statt. Die Befragung misst Wahrnehmung und Einordnung, nicht Krankheitshäufigkeit. Da nur über Meta-Anzeigen an Personen mit hinterlegtem Katzeninteresse ausgeliefert wurde, ist die Gruppe zusätzlich in Richtung thematisch Interessierter verschoben. Harnwegsbezogene Symptome wurden nur vereinzelt berichtet, jeweils unter einem Prozent der Stichprobe, und erlauben keine Aussage.
- Verantwortlich
- kattuno GmbH (Marke luawalt), Karthäuserstraße 1, 53129 Bonn. Rückfragen zur Methodik: kontakt@luawalt.com