Vier Gerüche und eine Waage

Katzenküche

Was ein Nachmittag in der Küche über unsere Aromen entschieden hat

Wir arbeiten an etwas für mäkelige Katzen: ein Hauch Geruch über dem gewohnten Futter, aus getrocknetem Lachs oder Leber, mit Bierhefe gemischt. Kein Wirkstoff, kein Versprechen. Nur Geruch.

Der Gedanke dahinter kommt aus der Verhaltensforschung. Katzen verlieren das Interesse an einem Geruch, den sie jeden Tag riechen, und finden es mit einem anderen Geruch wieder, ohne dass sich das Futter ändert. Eine Arbeitsgruppe der Iwate University hat das 2026 an Katzen gemessen (Takahashi et al., Physiology & Behavior). Nicht mehr Geruch also, sondern ein anderer.

Bevor ein Hersteller so etwas mischt, muss man ihm sagen, was er mischen soll. Wie fein, wie viel, in welcher Dose, mit welchem Löffel. Das steht in keinem Buch. Also haben wir es am Samstag selbst gemacht.

Kaffeemühlen, Feinwaage, Mörser und Löffel auf der Arbeitsplatte
Samstag, 15 Uhr. Drei Mühlen, eine Waage, ein Sieb.

Die Ausrüstung

Sie ist unspektakulär: drei Kaffeemühlen, ein Sieb, eine Feinwaage, Braungläser, ein Notizbuch. Die Rohstoffe: gefriergetrocknete Hühnerleber, gefriergetrockneter Lachs, Bonitoflocken, Krillpulver, Bierhefe. Alles, was man in einer Küche braucht, um herauszufinden, was ein Hersteller später wissen muss.

Bonitoflocken in der Kaffeemühle vor dem Mahlen
Bonito vor dem Mahlen. Riecht schon jetzt nach Meer.

Bonito war die Überraschung

Katsuobushi, die japanischen Fischflocken, sind fast fettfrei. Sie riechen stark, lassen sich problemlos mahlen und rieseln wie Sand. Für ein Pulver ist das der ideale Rohstoff.

Lachsstreifen in der Kaffeemühle
Lachs. Klumpt.

Lachs war das Gegenteil

Gefriergetrockneter Lachs hat so viel Fett, dass die Mühle ihn zu einer schmierigen Masse verarbeitet, die nicht durch das Sieb geht. Erst als wir ihn zusammen mit der Bierhefe gemahlen haben, entstand ein Pulver. Die Hefe nimmt das Fett auf.

Das ist der Grund, warum sie in der Rezeptur steht: nicht als Füllstoff, sondern weil es ohne sie nicht rieselt. Manchmal entscheidet die Küche die Rezeptur, nicht das Papier.

Gemahlene Mischung mit Bierhefe in der Schale
Rohstoff und Bierhefe, nach Gewicht gemischt.

Die Mischung

Bei allen vier Sorten dieselbe: Rohstoff und Bierhefe, nach Gewicht. Wir haben gemessen, wie viel ein Löffel davon wiegt, lose und nach dem Aufklopfen. Das nennt sich Schüttdichte, und ohne diese Zahl kann kein Abfüller sagen, welche Dose und welcher Löffel passen.

Bonitopulver im Braunglas auf der Feinwaage
Abgewogen, nicht geschätzt.

Die Portion hat uns überrascht

Wir hatten eine Menge auf dem Papier, die vernünftig aussah. Am Napf sah sie aus wie eine zweite Mahlzeit. Also weniger, und noch einmal weniger, bis es das war, was ein Aroma sein soll: ein Hauch Geruch über dem Futter, kein Belag.

Das klingt nach einem Detail, ist aber die wichtigste Erkenntnis des Tages. Sie bestimmt, wie groß die Dose wird, wie lange sie reicht und welcher Löffel hineingehört.

Braungläser mit den Aromaproben vor den Mühlen
Vier Gläser. Der Test läuft.

Der Test läuft

Eine Sorte je Mahlzeit, jede Portion abgewogen, jede Reaktion notiert. Wie lange die Katze braucht, bis sie anfängt. Wann sie aufhört. Was übrig bleibt. Dazu zwei Vergleiche: Bierhefe allein und gar nichts.

Das ist keine Studie, es sind unsere Katzen in einer Küche in Bonn. Aber es sind Zahlen, und mit Zahlen kann man einen Hersteller fragen.

Was wir schon sagen können: Die Katzen haben auf manche Gerüche deutlich reagiert. Auf welche, verraten wir, wenn der Test durch ist. Erste Beobachtung: nicht auf den, den wir erwartet hatten.

Getestet hier, hergestellt dort

Getestet wird bei uns, an unseren eigenen Katzen. Hergestellt wird bei einem zugelassenen Futtermittelbetrieb, mit Analysenzertifikat für jede Charge. Das ist die Reihenfolge, und sie bleibt so.

luawalt startet Anfang 2027 mit dem Futter. Wer die Küche weiter mitverfolgen will, trägt sich ein.

Auf die Warteliste

Olaf
Gründer, luawalt

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