Katzenfutter Zutatenliste

Katzenfutter Zutaten lesen: Was die Deklaration wirklich verrät

Etikett lesen · Deklaration

Lesezeit: ca. 6 Minuten · Zuletzt aktualisiert: September 2026

Kurz gesagt: Die Zutaten stehen nach Gewicht sortiert, die größte zuerst. Hersteller dürfen statt einzelner Zutaten Sammelbegriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ verwenden; dann bleibt offen, welche Tierarten und Teile enthalten sind. Aussagekräftig ist eine offene Deklaration: jede Zutat einzeln benannt, mit Prozentangabe, Summe hundert Prozent. Sie ist freiwillig.

Wer die Zutatenliste auf einem Katzenfutter liest, begegnet einer Mischung aus vertrauten Begriffen und verwirrenden Formulierungen: „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse", „Öle und Fette", „verschiedene Zucker". Dieser Artikel erklärt, was davon vorgeschrieben ist, was freiwillig, und woran sich eine Deklaration erkennen lässt, die wirklich etwas aussagt.

Wie Zutatenlisten funktionieren

Wie bei Lebensmitteln gilt auch bei Tiernahrung: Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge nach Gewichtsanteil. Was zuerst kommt, ist am meisten enthalten.

Komplizierter wird es durch die Sammelbegriffe. Das EU-Futtermittelrecht erlaubt bei Heimtierfutter zwei Wege: Ein Hersteller kann jede Zutat einzeln benennen, oder er kann vorgegebene Kategorienamen verwenden, etwa „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse", „Getreide", „Öle und Fette". Beides ist zulässig, und viele Hersteller wählen die Kategorien.

Was „tierische Nebenerzeugnisse" bedeutet

Die Kategorie umfasst tierisches Material, das nicht Muskelfleisch ist: Innereien, Knochen, Haut und Ähnliches. Ernährungsphysiologisch ist daran nichts falsch. Herzen, Leber und Mägen sind hochwertige Bestandteile, und eine Katze frisst in der Natur nicht nur Muskelfleisch.

Das Problem ist nicht die Zutat, sondern die Unbestimmtheit. Welche Tierart? Welche Anteile? Wechselt die Zusammensetzung von Charge zu Charge?

✗ Unklar: „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4 % Huhn)“. Die 4 Prozent beziehen sich auf das ganze Futter: Mindestens 4 % sind Huhn. Was der übrige Teil der Gruppe ist, und von welchen Tierarten er stammt, bleibt offen.
✓ Offen: „55,5 % Huhn (bestehend aus Herzen, 10 % Fleisch, Mägen, Lebern, Hälsen, Fett), 42,1 % Brühe, 1 % Mineralstoffe, 1 % Zellulose, 0,4 % Lachsöl“. Jede Zutat mit Anteil, Summe hundert Prozent.

Was „mit Huhn“ und „reich an Rind“ bedeuten

Für Hinweise auf der Vorderseite gibt es in der europäischen Branche feste Mindestanteile. Sie beziehen sich immer auf das ganze Produkt:

Angabe Mindestanteil der genannten Zutat
„mit Geschmack von Huhn“ unter 4 %
„mit Huhn“ mindestens 4 %
„reich an Huhn“ mindestens 14 %
„Huhn“ im Produktnamen, „Huhn-Menü“ mindestens 26 %

Keine dieser Angaben sagt, dass nur Huhn enthalten ist. Ein Futter „mit Huhn“ kann daneben Rind, Schwein oder Fisch enthalten.

Offen, halboffen, geschlossen

Bei der Zusammensetzung unterscheidet man drei Formen, und der Unterschied ist der wichtigste Punkt beim Etikettvergleich.

Geschlossen: Nur Gruppenbezeichnungen, keine Prozentangaben. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Öle und Fette." Rückschlüsse lassen sich allein aus der Reihenfolge ziehen.

Halboffen: Gruppenbezeichnungen mit einzelnen Prozentangaben. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4 % Huhn)." Die 4 Prozent beziehen sich auf das ganze Futter; wie groß die Gruppe insgesamt ist und was sie außer Huhn enthält, bleibt offen.

Offen: Jede Zutat einzeln benannt, mit Prozentangabe, und die Anteile ergeben zusammen hundert Prozent. Erst hier lässt sich das Produkt wirklich beurteilen.

Vorgeschrieben ist die Angabe der Zusammensetzung, Gruppenbezeichnungen sind dabei erlaubt. Prozentangaben werden nur Pflicht, wenn eine Zutat auf der Packung besonders hervorgehoben wird, etwa durch „mit Huhn“. Alles darüber hinaus ist freiwillig, und genau daran erkennt man, wie viel ein Hersteller offenlegen will.

Sammelbezeichnungen, bei denen man nachfragen sollte

  • „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Angabe der Tierart und der Bestandteile
  • „Öle und Fette": pflanzlich oder tierisch, und welches Öl?
  • „Verschiedene Zucker": Zuckerzusatz ist in Katzenfutter unnötig
  • „Getreide": welches, wie viel, und warum?
  • „Pflanzliche Nebenerzeugnisse": welche Pflanzen und welche Teile, bleibt offen

Bei allen fünf gilt dasselbe: Der Begriff selbst ist zulässig. Die Frage ist, ob der Hersteller ihn auflöst oder dabei stehen lässt.

Woran eine ernst gemeinte Deklaration zu erkennen ist

  • Offene Deklaration: jede Zutat einzeln, Anteile ergeben hundert Prozent
  • Die Tierart ist genannt, nicht nur „Fleisch"
  • Die Bestandteile stehen daneben: Herzen, Mägen, Lebern statt nur „Nebenerzeugnisse"
  • Eine Proteinquelle statt einer Mischung mehrerer Tierarten
  • Funktionale Zutaten mit Prozentangabe
  • Kein Getreide, kein Zuckerzusatz, keine zugesetzten Aromastoffe

Analytische Bestandteile richtig lesen

Neben der Zutatenliste stehen die analytischen Bestandteile: Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit. Sie sind zum Vergleich nützlich, wenn man zwei Dinge beachtet.

Erstens die Feuchtigkeit. Ein Nassfutter mit 82 Prozent Wasser und eines mit 75 Prozent lassen sich nicht direkt vergleichen. Wer es genau wissen will, rechnet auf Trockensubstanz um: Protein geteilt durch (100 minus Feuchtigkeit), mal 100.

Zweitens den Zweck. Ein höherer Rohfaseranteil ist bei einer funktionalen Sorte gewollt und bei einer neutralen Grundnahrung nicht nötig. Eine Zahl allein sagt nichts, ohne dass man weiß, was das Produkt sein soll.

Angabe Worauf sie hinweist
Rohprotein Bei Nassfutter oft etwa 8 bis 12 %. Auf Trockensubstanz gerechnet ergibt sich der aussagekräftige Wert.
Rohasche Der mineralische Anteil. Hohe Werte können auf viel Knochen oder Knorpel hindeuten.
Rohfaser Bei neutralen Sorten meist unter 1 %. Höhere Werte sind bei funktionalen Sorten mit Faserzusatz gewollt.
Feuchtigkeit Bei Nassfutter oft etwa 75 bis 82 %. Bestimmt, wie viele Gramm die Katze braucht.

Was auf dem Etikett übrigens nicht stehen muss: Kohlenhydrate, Calcium, Phosphor und der Energiegehalt; Taurin nur dann, wenn es hervorgehoben wird. Gerade diese Werte helfen beim Vergleich am meisten. Wer sie freiwillig angibt, macht es dem Leser leichter. Wie du mit dem Energiegehalt die richtige Menge berechnest, zeigt unser Beitrag Wie viel Futter braucht meine Katze?

Zusammenfassung: Vorgeschrieben ist die Angabe der Zusammensetzung, Gruppenbezeichnungen sind erlaubt. Wer offen deklariert, jede Zutat mit Anteil und Summe hundert Prozent, tut das freiwillig. Genau daran lässt sich ablesen, wie viel ein Hersteller offenlegen will.

Auf unserer Startseite stehen alle Nährwerte, auch die nicht deklarationspflichtigen: Kohlenhydrate, Taurin, Calcium, Phosphor und der Energiegehalt. Die erste Charge kommt Ende 2026, der Verkauf startet Anfang 2027.

Auf die Warteliste — unverbindlich

Quellen: Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Artikel 17 (Kennzeichnung von Mischfuttermitteln, Gruppenbezeichnungen bei Heimtierfutter, Prozentangabe bei Hervorhebung). · FEDIAF, Code of Good Labelling Practice for Pet Food (Mindestanteile für „mit“, „reich an“ und Produktbezeichnungen).

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